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Paul Johannes Wolfgang: "wildendürnbach. gedichte 2006" EUR 0.00

mit fotos von adolf schwaiger

Gebunden, 76 Seiten, 29 Farbfotos


Vergriffen!

Johannes Wolfgang Paul ist ein "Unzeitgemäßer" in mehrfacher Hinsicht: Er ist mit dem Fahrrad unterwegs (und nicht mit dem Auto), er schreibt verständliche, prägnante Texte (und nicht manieriertes, weitschweifiges Geschwafel), er setzt sich mit dem Leben auseinander (und nicht mit abstrakten / abstrusen Theorien).

Die Texte des Buches "wildendürnbach" sind mit Stationen seiner Radfahrten durch das nördliche Weinviertel verknüpft und beschäftigen sich mit der Thematik Altern, Begrenztheit des Lebens - und trotzdem Lebensfreude.

nun kommt die zeit

nun kommt die zeit
da du
vor stufen und steigungen
schwer zu atmen beginnst
böschungen
an grasbüschel geklammert
rücklings hinabkriechst
...
beim frühstück legst du
das zweite stück brot
fürs abendessen
unangebissen zurück
...
nun kommt die zeit
des unaufhaltsamen verfalls
der schwäche und hilflosigkeit
oft bittest du
dass ER dich in seine arme nimmt
dein lang verleugneter heiland

Bei dem studierten Altphilologen kann man dazu mit Gewinn Seneca vergleichen: "Punctum est quod vivimus et adhuc puncto minus ... Non solebat mihi tam velox tempus videri: nunc incredibile cursus apparet, sive quia admoveri lineas sentio, sive quia adtendere coepi et computare damnum meum. ... Quid agam? Mors me sequitur, fugit vita. ... Veritatis simplex oratio est." (Ad Lucilium Epistulae morales, 49.3ff)

"Ein Punkt ist, was wir leben, und weniger als ein Punkt. ... Nicht pflegte mir so geschwind die Zeit zu scheinen: jetzt wird ein unglaublicher Lauf deutlich, sei es, weil ich die Grenzlinie nahen spüre, weil ich aufmerksam zu sein begonnen habe und zusammenzurechnen meinen Verlust. ... Was soll ich tun? Der Tod verfolgt mich, das Leben flieht. ... Der Wahrheit Rede ist schlicht." (Übersetzung von Manfred Rosenbach)

Nachschrift des Verlegers: Obige Vorgangsweise ist selbstverständlich völlig "unzeitgemäß", ja ein völliger Unsinn in Zeiten des Internets: Kein Mensch wird das lesen, weil ja keiner "Zeit hat". Ich "habe" Zeit und lese Seneca und Johannes Wolfgang Paul und danke beiden für ihre Texte. Es gibt wichtigere Dinge als Geld und Karriere.

Danke J. W. Paul und Adolf Schwaiger, dass wir gemeinsam dieses schöne Buch machen konnten!



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